Frau in der Wirtschaft

19. September 2014

In der fünften Generation erfolgreich

Einen seit 1856 existierenden Betrieb in der fünften Generation erfolgreich zu führen, ist in der heutigen Zeit prinzipiell eine große Herausforderung, die nur gelingt, wenn man es schafft, sämtliche Mitstreiter und Einflussfaktoren in eine Richtung zu lenken. In meiner Sparte „Kunstschmiede, Schlosserei, Stahlbau“ – einem absolut männlich dominierten Umfeld – muss man sich als Frau täglich neu beweisen und herrschenden Vorurteilen gegenüber dem weiblichen Geschlecht mit Kompetenz und couragiertem Auftreten entgegnen. Wenn man sich den Herausforderungen stellt, in technischer Hinsicht schritthalten kann, Standards und Normen erfüllt und seinen Kunden innovative Gesamtlösungen bietet, kann man nachhaltige Erfolge verzeichnen. Branchenübergreifende Gesamtlösungen erfordern den Aufbau eines Netzwerkes von kompetenten und zuverlässigen Kooperationspartnern. Rückhalt, Verständnis und Harmonie in der Familie bilden die Basis, um beständig an den eignen Vorsätzen und Idealen festzuhalten und nicht locker zu lassen, um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Welchen Wert haben Binnen-I und Genderdiskussionen in der
heutigen Zeit für Sie?

Die Diskussionen zu diesen Themen sind wichtig und weisen unsere Gesellschaft auf die herrschenden Defizite in diesem Bereich hin.

Welche Hürden haben Sie in den letzten Jahren als Unternehmerin genommen?

Den Betrieb in Bezug auf Normen und Richtlinien und erforderlichen Zertifizierungen auf Stand zu halten.

Tragen Sie selbst zu frauenfördernden Maßnahmen in der Gesellschaft bei?

Das erscheint etwas schwierig in meiner Sparte. In meiner bisherigen beruflichen Lauf bahn hatte ich eine einzige weibliche Bewerberin.

Werbewatchgroup: Viel Lärm um Nichts? Wie ist ihre persönliche Meinung?

Marketing und Werbung sind ein wichtiges Instrument, um als Unternehmen
erfolgreich zu sein und in gesellschaftlich vertretbarem
Rahmen finde ich es auch legitim, den menschlichen Körper einzusetzen.
Mit Sicherheit gibt es viele Werbebeispiele, die hier geltende
Tabus ignorieren.

Welche politischen Maßnahmen würden Frauen im 21. Jahrhundert wirklich unterstützen?

Flächendeckende Rahmenbedingungen und Infrastruktur zu schaffen, um Frauen in ihrer umfangreichen Tätigkeit als Mutter bestmöglich zu unterstützen, um damit mehr Spielraum für die berufliche Entwicklung zu ermöglichen.

Artikel: aus M.U.T. Das Business-Magazin des Wirtschaftsbundes Kärnten, Ausgabe 3.14

 

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